Samstag, 2. April 2011

Selbstreflektion: Ich und meine Maske

An den schon lange selten gewordenen schönen Tagen wo ich mich selber tiefer gehend im Spiegel betrachten kann, frage ich mich: Bin ich eigentlich der, der mir aus dem Spiegel entgegenglotzt? Der, der mit dem kalten, starren, anklagenden und hoffnungslosen Blick? Der, der für meine Mitmenschen ein so bekanntes Gesicht ist, und dem sie MEINEN Namen geben? Bin das ich? ...oder ist dies alles nur Fassade?

Spiel ich mir selbst was vor? Wer bin ich wirklich?


Bin ich nun der, den ich aus dem Spiegel kenne? Skepsis macht sich breit.... Für Eltern, Freunde etc. bin ich wohl der, der mir vom Blick in den Spiegel allzu bekannt ist. Aber wer bin ich denn für mich selbst? Oder besser gefragt: Wer bin ich selbst?
Ich blicke in den Spiegel und sehe nur eine Maske. Meine Maske. Sie ist eine Maske die ich durch alltäglichen Gebrauch schon garnicht mehr abnehmen kann, eine Rolle, die ich alltäglich einnehme (wenn auch unbewusst) und bis zur Perfektion eingeübt habe, sodass ich mir selbst mit einem Blick in den Spiegel die übernommene Rolle ohne Zweifel abkaufe. Selbstbetrug? Ich bezweifle. Nein, das ist (schlicht genommen) mein Leben! All meine Mitmenschen kennen mich nur mit dieser Maske, für sie bin ich die Maske. Sie erwarten, dass ich genau so handle, wie sie mich kennen - sprich mit Maske.
Diese Maske trage ich tagtäglich, sie ist Bestandteil meiner Selbst geworden. Sie abnehmen? Daran denke ich nicht! Weiß ich was hinter dieser Maske ist? Weiß irgendwer was hinter dieser Maske ist? Ist dahinter mein eigentliches Ego? Etwa eine verkrüpelte, sich nach außen abschottende introvertierte Seele, die sich aus emotionalen Gründen tief in meiner Psyche versteckt um nicht noch weiter gepeinigt zu werden? Eine von Grund auf andere Identität? Ist überhaupt etwas dahinter oder bin ich "nur" diese Maske, ohne jeglicher Tiefe? Bild ich mir selbst ein Trugbild ein und in Realität ist hinter dieser Maske garnichts mehr? ...Trügt mich nun bereits selbst meine eigene Maske?
Ich bin überzeugt davon, dass diese Maske mein wahres  hypersensibles und zerbrechliches Selbst schützt und verbergt. Diese Maske, die sich zu meiner Selbstverständlichkeit entwickelt hat begleitet mich, sie beschützt mein Selbst, sie malt mir ein buntes Bild von der doch allzu grauen Welt, sie schafft, dass ich mich an eigentlich sinnlosen Oberflächlichkeiten erfreue und macht mir das Leben überhaupt lebbar. Unter Umständen ist sie sogar das, was ich an manchen Tagen tatsächlich als das wahre Selbst ansehe, obwohl sie in Realität gänzlich nichts meines wahren Selbst an sich hat.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen